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Liebe Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner,
beiliegend finden Sie unsere monatliche Marktmeinung – märkteunteruns Mai 2026.
Klicken Sie auf den nachfolgenden Link „märkteunteruns“ und lassen Sie sich von unserer ausführlich monatlich erscheinenden Marktmeinung inspirieren. Das pdf-Dokument ist der perfekte Begleiter bei Ihren Kundenterminen.
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Bemerkenswerte Resilienz
Wer hätte gedacht, dass man im Zuge eines offenen Militärkonflikts mitten in der für die Weltwirtschaft hochsensiblen Golfregion, verbunden mit der Blockade der bedeutenden Seestraße von Hormus und deutlich gestiegenen Öl- und Gaspreisen, neue Höchststände am globalen Aktienmarkt sehen würde?
Kapitalmarktkommentar von Karin Kunrath, CIO der Raiffeisen KAG
In all den Krisen der letzten Jahre hat sich gezeigt, dass die Resilienz zugenommen hat und die abgeklärten Marktteilnehmer bereit sind, auf eine Besserung der Lage in absehbarer Zeit zu setzen und durch die jeweiligen Turbulenzen durchzusehen, sobald sich eine Krise stabilisiert hat und nicht weiter eskaliert. Die erhoffte Besserung ist in der Vergangenheit auch immer gekommen.
Wenn man etwa zurückdenkt, dass im März 2020 inmitten der Corona-Krise zunächst Impfungen erst in einem Zeithorizont von 12-18 Monaten erwartet wurden, während tatsächlich bereits ab Dezember desselben Jahres effektive Impfstoffe zur Verfügung standen. Als im Februar 2022 mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine eine globale Energie- und Inflationskrise folgte und restriktive Schritte der Notenbanken die Konjunktur zusätzlich bremsten, ist viel von Rezession geschrieben worden, und vereinzelt hat es diese auch gegeben. Jedoch nicht bei den Unternehmensgewinnen, die sich – jedenfalls in den USA – nur marginal abgeschwächt haben.
Nach dem Liberation Day Anfang April 2025 mit der Ankündigung völlig unrealistischer und für den Welthandel schädlicher US-Zölle, haben in der Folge bilaterale Verhandlungen konkrete Zollvereinbarungen auf verträglichen Niveaus hervorgebracht. Auch infolge der aktuellen Krise am Persischen Golf haben sich die Wachstumsprognosen eingetrübt, doch wieder zeigt sich der Kapitalmarkt bemerkenswert resilient, zumal es Anzeichen für Deeskalation und die Aussicht auf eine wie immer geartete Verhandlungslösung gibt.
Die Weltwirtschaft hat sich vor dem Krieg in der Golfregion in einem guten Zustand befunden, die Abhängigkeit vom Erdöl hat über die letzten Jahrzehnte stark abgenommen, und die Unternehmensgewinne sind von (US-)Firmen dominiert, die von der allgemeinen Konjunkturlage weitgehend unabhängig sind. Auch das Phänomen der „K-shaped economy“ dürfte der Prognose nach die US-Wirtschaft so weit im positiven Terrain halten, dass auch temporär höhere Sprit- und Lebenshaltungskosten zwar das allgemeine Konsumklima empfindlich treffen, aber dennoch ein Wachstum insbesondere aufgrund der enormen AI-Investitionen erhalten bleibt. Im Rahmen der taktischen Asset Allocation werden insbesondere aufgrund der robusten Unternehmensgewinne Aktien wieder übergewichtet.
Asset-Klassen im Überblick
Staatsanleihen
Französische und deutsche Papiere bleiben interessant
Wir bleiben für französische und deutsche Staatsanleihen positiv gestimmt, während wir uns in erster Linie bei US-Staatsanleihen zurückhalten. Auch australische Staatsanleihen bleiben für uns weiterhin von Interesse. US-Staatsanleihen sind für uns ausschließlich im Tausch gegen risikoreichere Anleihe-Assets (US High-Yield-Anleihen und Emerging-Markets-Hartwährungsanleihen) interessant.
Unternehmensanleihen
Markt preist „Beste-aller-Welten“-Szenario ein
Der Markt preiste zuletzt wieder ein „Beste-aller-Welten“-Szenario ein. Ja, die fundamentale Lage präsentiert sich gut, der Optimismus bei Spread-Investoren scheint jedoch extrem hoch. High-Yield-Credits preisen praktisch keinerlei nennenswerte Ausfalls-, Bonitäts- oder Liquiditätsrisiken. Während die Aktienmärkte im Zuge ihres (Profitabilitäts-)Wachstums weiter steigen können, können die fundamentalen Risiken von Unternehmensanleihen kaum weiter sinken.
Emerging-Markets-Anleihen
Risikoprämien sinken wieder
Entgegen unserer Erwartung sind die Risikoprämien von Emerging-Marktes-Hartwährungsanleihen seit Mitte April wieder deutlich gesunken. Die Schwellenländer wurden zwar fundamental von den Auswirkungen am Energiemarkt (Iran/USA) stark getroffen, dem Optimismus der Emerging-Markets-Investoren konnte dies jedoch nichts anhaben. Wir denken, dass das aktuelle Spreadniveau bei Schwellenländer-Hartwährungsanleihen mittelfristig nicht zu halten ist.
Entwickelte Aktienmärkte
Entwickelte Aktienmärkte präsentieren sich weiterhin sehr freundlich
Trotz der schwierigen Nachrichtenlage zum Iran-Krieg präsentierten sich die internationalen Aktienmärkte in den letzten Wochen sehr freundlich. Der Blick auf das erwartete Gewinnwachstum liefert wohl die wichtigste Erklärung für die festen Aktienmärkte. Die Notenbanken werden in diesem Umfeld Zinssenkungen nach hinten schieben bzw. potenziell sogar mit Zinsanhebungen reagieren. Kurzfristig scheint die Stimmung etwas optimistisch zu sein, angesichts der Unterstützung von der Gewinnseite haben wir unsere Gewichtung in Aktien nun aber wieder etwas verstärkt.
Schwellenländer-Aktienmärkte
Asien als AI-Powerhouse
Auch die Aktienmärkte der Schwellenländer konnten den Einbruch im Zuge des Irankriegs erfolgreich hinter sich lassen. Ebenso setzt sich die erfreuliche relative Performance gegenüber entwickelten Aktienmärkten wieder fort. Hier zeigt sich, dass der asiatische Raum auch ein AI-Powerhouse der Welt ist. Die Bewertungen sowohl von Emerging Markets im Aggregat als auch von einzelnen Ländern sind attraktiver als in zahlreichen anderen Regionen und weisen auf stärkeres (Gewinn-)Wachstum hin.
Rohstoffmärkte
Optimismus für globales Wachstum lässt Industriemetalle steigen
Die internationalen Rohstoffmärkte präsentierten sich zuletzt uneinheitlich. Nach einer schwächeren Phase bei Edelmetallen in den vergangenen Monaten kam es zuletzt wieder zu einem Anstieg. Die Risikoprämie bei Energierohstoffen wurde zuletzt teilweise ausgepreist. Im Gegenzug ließ der Optimismus für das globale Wachstum Industriemetalle stärker steigen.
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