Sehr geehrte Damen und Herren,

die globalen Finanzmärkte bewegen sich derzeit in einem Umfeld ausgeprägter Unsicherheit. Während Großereignisse wie die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft traditionell die öffentliche Aufmerksamkeit dominieren und von strukturellen Problemen ablenken, bleibt die fundamentale Ausgangslage für Investoren komplex. Das Verbrauchervertrauen ist spürbar abgekühlt, und die anhaltend hohen langfristigen Zinsen belasten die Unternehmensbewertungen. Ein massiver Risikofaktor bleibt zudem die Geopolitik: Sollte es im Zuge aktueller Konflikte zu einer Schließung oder anhaltenden Blockade der Straße von Hormus kommen, droht ein drastischer Ölpreisschock, der die globalen Lieferketten und die Inflation erneut anheizen könnte.Für Anleger bedeutet dieses Szenario, dass eine passive Indexgewichtung riskanter wird. Analog zu einer sportlichen Aufstellung kommt es jetzt darauf an, die Gewinnerbranchen im Depot aktiv zu übergewichten, während schwächelnde Sektoren konsequent reduziert oder auf die „Auswechselbank“ versetzt werden müssen.

Halbleiterindustrie und europäische Banken als Performance-Treiber

Auf der Gewinnerseite stehen derzeit vor allem Segmente, die von megatrendbasierten oder strukturellen Sonderkonjunkturen profitieren. Weltweit sprudeln die Gewinne insbesondere im Halbleitersektor, angetrieben durch den anhaltenden Investitionsboom im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).• SK Hynix und Micron: Die südkoreanischen und US-amerikanischen Speicherchiphersteller verzeichnen aufgrund der enormen Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM) eine massive Gewinnbeschleunigung. Der Börsenwert beider Konzerne hat daher folgerichtig die Marke von 1 Billion US-Dollar überschritten.
• ASML: Der niederländische Technologiekonzern bleibt als technologisch konkurrenzloser Ausrüster der weltweiten Chipfabriken ein zentraler Kernwert in der Wertschöpfungskette. Auch der Aktienkurs des Schwergewichts im Euro Stoxx 50 Index hat sich auf 12-Monatssicht mehr als verdoppelt.

Parallel dazu zeigt sich der europäische Bankensektor in einer fundamental robusten Verfassung. Neben allgemein starken Quartalsergebnissen sorgt hier eine spürbare Konsolidierungswelle für zusätzliche Kursfantasie. Die angestrebte Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit sowie die Fusionsüberlegungen zwischen der Banco BPM und der Banca Monte dei Paschi di Siena zeigen, dass in diesem Sektor erhebliche Dynamik steckt. Gerade italienische und spanische Häuser führen die Konsolidierung an und haben weiterhin exzellente Aussichten. Das veränderte Zinsumfeld stützt zudem die Margen der Geldhäuser nachhaltig.

Strukturelle Schwäche und KI-Disruption auf der Auswechselbank

Demgegenüber stehen Branchen, die trotz eines soliden Gesamtmarktes derzeit unter relativem Verkaufsdruck leiden und defensiver gewichtet werden sollten.• Software-Sektor: Viele klassische Softwareanbieter kämpfen mit einer spürbaren Verunsicherung der Investoren. Die Angst vor einer schnellen Disruption etablierter Geschäftsmodelle durch generative KI-Anwendungen bremst die Bewertungen. Hinzu kommt, dass die Bewertungen vieler Titel bis Ende 2024 relativ hoch waren und aktuell konsolidiert werden.

• Konsum- und Luxusgüter: Die Abkühlung des globalen Konsums erreicht zunehmend auch das Premiumsegment. Unternehmen wie Ferrari, Hermès oder der Brillenkonzern EssilorLuxottica verzeichnen nach Jahren des Überdurchschnittlichen Wachstums eine Normalisierung der Nachfrage.

• Adidas & Nike: Selbst sportliche Großereignisse wie die WM garantieren keine Kursgewinne. Trotz des operativen Rückenwinds durch das Turnier belasten unternehmensspezifische Faktoren und Margendruck die Aktie, weshalb der Titel die Erwartungen derzeit nicht erfüllt.

Obwohl die Bewertung vieler dieser etablierten und qualitativ guten Unternehmen aufgrund der Kursschwäche wieder attraktiver und günstiger erscheint, scheint die Kursschwäche noch nicht vorüber. Wie beim Fußball gehören daher diese Titel weiter auf die Ersatzbank.

Fazit: Investiert bleiben, aber die Defensive stärken

Um der schleichenden Geldentwertung entgegenzuwirken und von der langfristigen Wertschöpfung der Unternehmen zu profitieren, bleibt eine kontinuierliche Aktienquote unerlässlich. Die aktuelle Marktphase verzeiht jedoch keine Nachlässigkeit bei der Titelauswahl. Ein erfolgreiches Depot erfordert derzeit den Fokus auf hochprofitable Wachstums- und Substanzwerte im Halbleiter- und Bankenbereich, Sektoren, die zudem weniger von den politischen und geopolitischen Faktoren beeinträchtigt werden. Gleichzeitig darf die makroökonomische Abwehrarbeit nicht vernachlässigt werden: Angesichts der latenten geopolitischen Risiken im Nahen Osten und der Zinsentwicklung ist eine angemessene Diversifikation sowie ein konsequentes Risikomanagement zwingend erforderlich, um auf Konter und gegen unvorhergesehene Marktschocks vorbereitet zu sein.Ein Rat, den hoffentlich auch die deutsche Nationalmannschaft berücksichtigt und uns eine spannende WM liefert. Mit unserem Investment in ertragsstarke europäische (RB LuxTopic Aktien Europa) beziehungsweise internationale (RB LuxTopic Flex) Unternehmen und einem aktiven Risikomanagement, das darauf abzielt, sehr starke Rückschläge abzudämpfen, sind wir in den letzten Jahren ausgezeichnet unterwegs und fühlen uns weiterhin exzellent positioniert.

Herzlichst Ihr
Robert Beer

 

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Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.

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