Sehr geehrte Damen und Herren,
der Börsenmonat Juli 2026 war geprägt von einer ausgeprägten Sektor-Rotation und einer Korrektur zuvor sehr gut gelaufener Marktsegmente. Nach den deutlichen Kursgewinnen des ersten Halbjahres kam es an den globalen Aktienmärkten zu einer technischen Konsolidierung. Dabei zog sich Kapital aus trendstarken Werten zurück und floss stattdessen in Valueaaktien. Für langfristig orientierte Anleger verändern diese Kursrückgänge den übergeordneten Aufwärtstrend nicht, sondern führen die Bewertungen auf ein historisch normales Niveau zurück, das als Ausgangspunkt für den nächsten Marktzyklus dienen kann.
Chip-Aktien im Fokus: Kursrückgänge vs. fundamentale Stärke
Die Korrekturwelle machte auch vor dem Herzstück des Bullenmarktes nicht halt: den Chipherstellern. Ausgelöst durch den Kollaps eines hochgehebelten KI-Hedgefonds kam es im Juli zu massiven, erzwungenen Liquidationen, die den globalen Halbleitersektor zeitweise massiv unter Druck setzten. Doch genau in diesem Gewitter trennt sich die Spreu vom Weizen, und die Marktführer untermauern ihre unersetzliche Position.
• SK Hynix: Trotz des kurzfristigen Kursrückgangs im Zuge eines südkoreanischen Retail-Margin-Calls bleibt das Unternehmen der unangefochtene Champion bei High-Bandwidth-Memory (HBM3e/HBM4). Barclays prognostiziert, dass der HBM-Engpass bis mindestens 2027 anhält. Da SK Hynix im Zentrum der globalen KI-Lieferkette steht, ist die fundamentale Ertragskraft unberührt. Das KGV ist durch das immense Gewinnwachstum auf ein moderates Niveau von 10 gefallen.
• TSMC: Der taiwanische Halbleiter-Gigant musste im Juli im Zuge der allgemeinen Branchenkorrektur ebenfalls Federn lassen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass TSMC als weltweit führender Auftragsfertiger unverzichtbar bleibt: Die Kapazitätsauslastung in den fortschrittlichsten Fertigungsknoten (3nm / 2nm) läuft auf absolutem Maximum. Dank dieser monopolnahen Marktstellung und immenser Pricing-Power sichert sich TSMC glänzende Margen – die fundamentale Wachstumsstory bleibt von kurzfristigen Marktverwerfungen unberührt.
• Nvidia: Während die breite Konkurrenz korrigierte, bewies der Branchenprimus Nvidia im Juli eine erstaunliche relative Stärke und beendete den Monat sogar im Plus. Als Microsoft und Amazon Ende des Monats ankündigten, ihre KI-Investitionen für 2026 auf astronomische 720 bis 745 Milliarden Dollar hochzuschrauben, wurde der Markt daran erinnert, wer der Hauptprofiteur dieser gigantischen Rechenzentrum-Aufrüstung bleibt.
Diese massiven Investitionen treiben die Cashflows der Chiphersteller in ungeahnte Höhen. Die Kursanstiege spiegeln diese enormen Gewinne derzeit nicht komplett wider, so dass viele Halbleiterhersteller neben glänzenden Profiten und Geschäftsaussichten auch günstigere Bewertungen als vor 12 Monaten aufweisen.
Chancen und Risiken im Blick
Kurzfristig schwebt das Risiko einer Margen-Kompression über dem Markt, sollten Unternehmenskunden die massiven KI-Investitionen nicht schnell genug in eigene Software-Umsätze ummünzen können. Zudem sorgen die geopolitische Lage und die drohende Marktkonzentration auf wenige Tech-Giganten für anhaltende Volatilität.
Der strukturelle Megatrend der Künstlichen Intelligenz ist jedoch aktuell weiter intakt und wird durch die gigantischen Investitionsbudgets der Hyperscaler untermauert. Die jüngste Korrektur hat die Bewertungen auf ein deutlich gesünderes Niveau zurückgeführt.
Der Juli war ein gesunder Boxenstopp. Wer die kurzfristigen Schwankungen ausblendet und auf die technologischen Monopolisten setzt, geht gestärkt aus diesem Sommerloch hervor und kann die Phase gezielt für Neuinvestitionen nutzen.
Mit unserem Investment in ertragsstarke europäische (RB LuxTopic Aktien Europa) beziehungsweise internationale (RB LuxTopic Flex) Unternehmen und einem aktiven Risikomanagement, das darauf abzielt, sehr starke Rückschläge auf Jahressicht abzudämpfen, sind wir in den letzten Jahren sehr gut unterwegs und fühlen uns weiterhin gut positioniert.
Herzlichst Ihr
Robert Beer & Jonas Beer








